„Anzeiger für Harlingerland“ vom 24. Februar 2026 – von Ina Frerichs
Der „grüne Dorfplatz“ als Treffpunkt
INFRASTRUKTUR – Vom Schandfleck zum Herzstück – Gemeinde Schweindorf will Platz an der Mühle herrichten
Ina Frerichs

SCHWEINDORF. (IF) Wo einst ein Schandfleck stand, soll bald ein grünes Herzstück für Schweindorf entstehen: der zukünftige „grüne Dorfplatz“. Am Fuße des Wahrzeichens, der Mühle Klaashen, „soll ein Treffpunkt für alle Generationen entstehen“, hebt Schweindorfs ehemalige Bürgermeisterin Birgit Siebels-Janßen hervor. „Das wird ein Blickfang“, sagt der neue Bürgermeister Carsten Schuster. Noch ist Grünland auf der Fläche gegenüber der Mühle, doch das soll sich bald ändern. In diesem Jahr ist der Baubeginn geplant.
Erhalt heimischer Sorten
Auf einem gepflasterten Untergrund soll eine wetterschützende Überdachung im Fachwerkstil mit Informationstafeln und Sitzmöglichkeiten entstehen. Die Schweindorfer wollen heimische Sorten erhalten und pflegen und zum Naturschutz beitragen: Im Bauerngarten sollen mit Bürgern Gemüse- bzw. Rosen- und Blumenpflanzen angelegt werden. Ebenso ein Naschgarten mit Brombeeren und Stachelbeeren. Bei den Gemüsesorten sollen vorrangig alt-ostfriesische Sorten wie Stangenbohnen, Kartoffeln, Kohlrabi, Wirsing, Möhren, Steckrüben und Grünkohl angepflanzt werden. Die Ernte wird der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt.
Weiterhin sind eine Wildblumenwiese, Hecken und Baumanpflanzungen vorgesehen – Apfel, Pflaume, Birne und Kirsche zum Selberpflücken – sowie Eichenbäume, die Teil des Ortswappens sind.

Für Fahrradtouristen
„Unsere Mühle wird von Touristen bzw. Fahrradtouristen stark frequentiert. Darum möchten wir Abstellbügel sowie eine E-Ladesäule errichten“, ergänzt die ehemalige Bürgermeisterin. Auch Barrierefreiheit ist sowohl für den Platz selbst als auch für die Parkplätze wichtig. Direkt am Dorfplatz sollen behindertengerechte Parkplätze angegliedert werden. Weitere Parkplätze sind gegenüber an der Mühle geplant.
Der Dorfplatz kann von Kindergärten und Schulen als Lernort genutzt werden. Für die Pflege und Unterhaltung hat sich die Dorfgemeinschaft bereiterklärt.
Vom Schandfleck zum Treffpunkt
Das Areal mit dem alten Mühlengebäude und alten Hallen hat die Gemeinde 2019 gekauft. „Die Gebäude waren stark einsturzgefährdet und das Mühlengrundstück wurde zum Schandfleck“, sagt Siebels-Janßen. 2022 hat die Gemeinde mit dem Monumentendienst aus Cloppenburg mit den Aufräumarbeiten begonnen. „Aus diesem Abbruch sind einige Baustoffe wie alte Klinker und Ziegel aufbewahrt worden, welche wir für unser neu geplantes Häuschen wiederverwenden möchten“, ergänzt die Schweindorferin.
Birgit Siebels-Janßen, die ehemalige Bürgermeisterin von Schweindorf, und der neue Bürgermeister Carsten Schuster. Foto: Ina Frerichs
Weitere Projekte
Schweindorf hat 747 Einwohner (Stand 31. Dezember 2025) und ist von der Einwohneranzahl und der Größe die kleinste Gemeinde der acht Mitgliedsgemeinden in der Samtgemeinde Holtriem. Bürgermeister Jochen Ahrends erklärt, dass in Holtriem in den vergangenen Jahren mehrere Projekte für das Miteinander umgesetzt wurden: unter anderem das Gemeindezentrum in Utarp sowie die Dorfplätze in Neuschoo und Blomberg.
Siebels-Janßen hebt hervor, dass der soziale Zusammenhalt durch mehrere Gruppen und Vereine bereits stark ist. Der „grüne Dorfplatz“ soll das Miteinander noch weiter stärken. „Das Projekt hat viel Zeit und Kraft gekostet, aber die Zusammenarbeit hat gut mit der Samtgemeinde geklappt“, sagt Siebels-Janßen. Sie begleitet das Projekt intensiv seit anderthalb Jahren. Viele Gespräche und Gutachten gingen mit den Planungen einher. Die Kosten für das Projekt liegen bei rund 400.000 Euro. Eine Förderung von 170.000 Euro gibt es von der Leader-Region Ostfriesland. Nun folgen Absprachen mit Planungsbüros und Baufirmen, bevor der Bau beginnen kann.