{"id":868,"date":"2023-02-16T11:23:59","date_gmt":"2023-02-16T10:23:59","guid":{"rendered":"http:\/\/muehle-schweindorf.holtriem-news.de\/?p=868"},"modified":"2023-02-16T11:24:01","modified_gmt":"2023-02-16T10:24:01","slug":"bericht-ueber-die-nachbarmuehle-wiebersiek","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/muehle-schweindorf.holtriem-news.de\/?p=868","title":{"rendered":"Bericht \u00fcber die Nachbarm\u00fchle Wiebersiek"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>&#8222;Anzeiger f\u00fcr Harlingerland \/ Friesische Heimat&#8220; vom 16. Februar 2023 \/ Von Harm Poppen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">M\u00fcller Tamme Wiebersiek baut eigene M\u00fchle<\/h1>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">BAUWERK &#8211; Der Galerieholl\u00e4nder in Schweindorf mahlte vor mehr als 100 Jahren das Korn \u2013 B\u00e4ckerei und S\u00e4gewerk im Anbau<\/h4>\n\n\n\n<p>Harm Poppen<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery alignleft columns-1 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/www.e-pages.dk\/harlinger\/4897\/assets\/4a4e3bf9d1ce0ca06807665c9137983802ee9aa8_max1024x.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.e-pages.dk\/harlinger\/4897\/assets\/4a4e3bf9d1ce0ca06807665c9137983802ee9aa8_max1024x.jpg\" alt=\"Die Schweindorfer Galerieholl\u00e4nder-Windm\u00fchle von Tamme Wiekersiekhat eine lange Geschichte. BILD: Sammlung Harm poppen\" data-id=\"\"\/><\/a><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Die Schweindorfer Galerieholl\u00e4nder-Windm\u00fchle von Tamme Wiekersiekhat eine lange Geschichte. BILD: Sammlung Harm Poppen<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>SCHWEINDORF.<\/strong>&nbsp;Seit Jahrhunderten pr\u00e4gen die Windm\u00fchlen die ostfriesische Landschaft. Auch das Landschaftsbild des Holtriemer Landstrichs wurde in der Vergangenheit von zahlreichen Windm\u00fchlen bestimmt. So gab es Windm\u00fchlen in den Gemeinden Blomberg, Nenndorf, Neuschoo, Ochtersum, Schweindorf, Utarp und Westerholt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Existenz dieser M\u00fchlen war unangefochten bis Dampfmaschinen und Motoren begannen, die Naturkraftanlagen zu verdr\u00e4ngen. Viele der vorgenannten Holtriemer M\u00fchlen sind im Laufe der Jahre allerdings verschwunden, andere stehen als Bauruinen in der Landschaft. Die Windm\u00fchlen in Schweindorf und Nenndorf konnten restauriert und erhalten werden. Sie werden von M\u00fchlenvereinen betreut, dienen als Anziehungspunkt f\u00fcr Urlaubsg\u00e4ste und Einheimische, denn das Mahlen von Korn durch eine windgetriebene M\u00fchle gilt heute als eine Attraktion.Besonderes Bauwerk<\/p>\n\n\n\n<p>Etwas abseits der Esenser Stra\u00dfe zwischen den Ortschaften Schweindorf und Westerholt finden wir eine weitere Windm\u00fchle, die nicht direkt in das zuvor beschriebene Schema der Holtriemer M\u00fchlen passt. Die interessante Geschichte sowie die heutige Nutzung dieser M\u00fchle, die bereits ihren einhundertsten Geburtstag feierte, soll hier kurz beschrieben werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit dem Jahr 1848 gab es in der Gemeinde Schweindorf eine von dem M\u00fcller T\u00f6njes Eckhoff erbaute Windm\u00fchle. Am 27. November 1901 wurde Johann Klaashen aus Schweindorf neuer Eigent\u00fcmer der M\u00fchle. Da Klaashen von Beruf Lehrer und kein M\u00fcller war, bewirtschaftete der M\u00fcller Tamme Wiebersiek die M\u00fchle als P\u00e4chter. Wie oft bei M\u00fchlen dieser Art, l\u00f6ste sich nach einem heftigen Sturm die Bremse des Achsrades, das Rad lief hei\u00df und durch die sich entwickelnde Hitze entwickelter sich ein Brand. Dieses geschah so am 20. August 1906 in der Klaashenschen M\u00fchle, und die M\u00fchle wurde ein Opfer der schnell um sich greifenden Flammen.Eigener Ersatzbau<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem sich der M\u00fchlenbesitzer Johann Klaashen unter dem Eindruck dieser Katastrophe zun\u00e4chst nicht zu einem Wiederaufbau oder Neubau der durch den Brand v\u00f6llig zerst\u00f6rten M\u00fchle entscheiden konnte, entschloss sich P\u00e4chter Tamme Wiebersiek, auf dem familieneigenen Grundst\u00fcck an der Esenser Stra\u00dfe eine eigene M\u00fchle zu bauen. Wiebersiek sah in dem M\u00fchlenneubau eine wirtschaftliche Zukunft. Au\u00dferdem versprachen seine f\u00fcnf Br\u00fcder, bei dem Bau tatkr\u00e4ftig mitzuhelfen, und einen privaten Geldgeber zur Finanzierung des M\u00fchlenneubaues fand er auch.<\/p>\n\n\n\n<p>So wurde mit vereinten Kr\u00e4ften Anfang des Jahres 1907 mit dem Bau einer dreist\u00f6ckigen Holl\u00e4nderwindm\u00fchle mit Galerie und Windrose begonnen. Im Herbst des Jahres war der Bau vollendet und eine neue, moderne, sch\u00f6ne und pr\u00e4chtige Windm\u00fchle begann zu arbeiten. Um noch wirtschaftlicher arbeiten zu k\u00f6nnen, wurde der M\u00fchle eine B\u00e4ckerei angegliedert.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber dem Toreingang befindet sich in Sandstein die Inschrift \u201eIm Schutze Gottes erbaut im Jahre 1907\u201c. Diese Inschrift macht deutlich, wie sehr Tamme Wiebersiek auf der Richtigkeit seiner Entscheidung, eine eigene M\u00fchle zu bauen, vertraute. Diese \u00dcberzeugung erlitt allerdings einen leichten R\u00fcckschlag, als bekannt wurde, dass die abgebrannte Klaashensche M\u00fchle doch wieder aufgebaut werden sollte, was dann auch geschah.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab diesem Zeitpunkt gab es in der Gemeinde Schweindorf dann zwei Windm\u00fchlen, f\u00fcr eine derart kleine Gemeinde sicherlich ein etwas ungew\u00f6hnlicher Vorgang.Der Sohn \u00fcbernimmt<\/p>\n\n\n\n<p>Tamme Wiebersiek verstarb am 8. Januar 1916. Der M\u00fchlenbetrieb wurde deshalb von seinem Sohn Karl weitergef\u00fchrt. Um die Rentabilit\u00e4t der Wiebersiekschen M\u00fchle weiter zu steigern, gliederte er 1925 an die M\u00fchle zus\u00e4tzlich noch ein S\u00e4gewerk an. Die umliegenden Landwirte, Bauunternehmer und Baustoffh\u00e4ndler lie\u00dfen hier ihr Holz zuschneiden, sodass sich M\u00fchle, B\u00e4ckerei und S\u00e4gewerk insgesamt zu einer ausk\u00f6mmlichen Existenzgrundlage entwickelten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem sich der Motorbetrieb in M\u00fchlen immer mehr durchsetzte und die M\u00fchlenfl\u00fcgel der beschriebenen M\u00fchle zu einem Sicherheitsrisiko wurden, mussten das pr\u00e4chtige Fl\u00fcgelpaar 1967 abgebaut werden. Bis zum Ende des Jahres 1978 wurde in der M\u00fchle noch gemahlen, allerdings nicht mehr mit Windkraft, sondern durch die Kraft der Elektromotoren.Die dritte Generation<\/p>\n\n\n\n<p>Der nachfolgende Besitzer Tamme Wiebersiek, ein Enkel des ersten M\u00fchlenbesitzers, nutzte das Erdgeschoss der M\u00fchle an der Esenser Stra\u00dfe als Gruppenraum f\u00fcr Urlaubsg\u00e4ste, die in den der M\u00fchle angrenzenden R\u00e4umen rustikale \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten vorfanden. Ein Geheimtipp war das M\u00fchlenfr\u00fchst\u00fcck mit selbst gebackenem Brot, liebevoll zubereitet von Ehefrau Helga Wiebersiek.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war ein besonderes Erlebnis, dort zu wohnen, wo \u00fcberdicke Backsteinw\u00e4nde davon zeugen, dass hier vormals Korn gemahlen und Holz ges\u00e4gt wurden. Seit 2005 betreibt Tochter Sprachheilp\u00e4dagogin Wilma Wiebersiek im Haus eine Praxis f\u00fcr Sprachheilp\u00e4dagogik.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Anzeiger f\u00fcr Harlingerland \/ Friesische Heimat&#8220; vom 16. 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